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Methode ENFA®: Methodik, Fehlerbereich und Vergleich mit anderen Verfahren.

Für Ärztinnen und Ärzte, Ernährungsfachkräfte, Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie weitere Fachkräfte aus Gesundheit und Sport.

Grundlage

Fraktionierung in fünf Massen, referenziert am Skelett

ENFA® (Evaluación Nutricional por Fraccionamiento Antropométrico) wurde ab 1996 von Dra. Alicia M. Witriw (Universidad de Buenos Aires) und Dr. José María Basaluzzo entwickelt. Die Methode erfüllt die vier WHO-Kriterien: Unbedenklichkeit, Durchführbarkeit, Reproduzierbarkeit und geringe Kosten. Heute arbeiten über 420 Anthropometristen in mehr als fünf Ländern damit.

Skelettmasse nach Originalverfahren

Die in ISAK verbreitete Modifikation nach Kerr unterschätzt das Skelett systematisch — mit Folgen für jeden daraus abgeleiteten Verhältniswert. ENFA® rechnet nach der ursprünglichen Formel.

Korrekturfaktor R

Weicht das Verhältnis von Gewicht zu Körperhöhe vom Phantom ab — dem unisexen Referenzmodell nach Ross und Wilson (1974), einem theoretischen Menschen von 170,18 cm und 64,58 kg mit festgelegten Proportionen, an dem die Fraktionierung gemessen wird —, korrigiert ENFA® über den Faktor R. Ohne diese Korrektur wird die Fraktionierung an den Rändern der Verteilung unzuverlässig.

Diagnose statt Deskription

Proteinreserve (Muskel/Skelett) und Kalorienreserve (Fett/Skelett) übersetzen die Fraktionierung in eine Ernährungsdiagnose. Referenzwerte für Erwachsene: 2,15–2,72 bzw. 0,85–1,47.

Vergleich

ENFA® vs. ISAK (Kerr) vs. Bioimpedanz

Alle drei Verfahren untersuchen die Körperzusammensetzung — sie messen aber weder dasselbe, noch eignen sie sich für dasselbe.

ENFA® vs. ISAK (Kerr) vs. Bioimpedanz
KriteriumMethode ENFA®Kerr-Methode (ISAK)Bioimpedanz
Bestimmte Komponenten5: Fett-, Skelett-, Muskel-, Viszeral- und Residualmasse5: Haut, Fett-, Skelett-, Muskel- und Residual-/Viszeralmasse2: Fettmasse und Magermasse
Fünfte KomponenteResidualmasse: Flüssigkeitsüberschuss als Ödem bzw. WassereinlagerungHaut. Residual und viszeral werden als Synonym verwendetNicht zutreffend
ErnährungsdiagnoseJa — aus Protein- und KalorienreserveNeinNein
Berechnung der SkelettmasseNach dem OriginalverfahrenGegenüber dem Original modifiziert; unterschätzt das SkelettWird nicht bestimmt
Korrektur nach Gewicht/GrößeKorrekturfaktor R für Personen, die vom Gewicht/Größe-Verhältnis des Phantoms (Referenzmodell, siehe oben) abweichenNicht zutreffendNicht zutreffend
ReproduzierbarkeitErfüllt die von der WHO definierten Bedingungen—Beeinflusst durch Körpertemperatur, Atemfrequenz, körperliche Aktivität, Menstruationszyklus und Umgebungstemperatur
Methodenfehler2,39 %4 %20 %

Quelle: metodoenfa.com — Vergleichstabelle der Methode ENFA®.

Protokoll

25 Maße pro Untersuchung

Erhoben mit Kaliper, Anthropometer, Colin-Pelvimeter, Maßband und Stadiometer nach standardisiertem Protokoll.

7Hautfalten
  • bicipital
  • trizipital
  • subskapular
  • suprailiakal
  • abdominal
  • Oberschenkel
  • Wade
8Knochendurchmesser
  • Handgelenk
  • Humerus
  • Femur
  • Knöchel
  • Thorax transversal
  • Thorax a.-p.
  • Becken
7Umfänge
  • Bizeps
  • Unterarm
  • Thorax
  • Oberschenkel
  • Wade
  • Abdomen
3Höhe und Gewicht
  • Körperhöhe stehend
  • Sitzhöhe
  • Körpergewicht
Anwendung

Physiologische Zustände und Krankheitsbilder

ENFA® ist nicht auf Gewichtsreduktion beschränkt. Die Methode wird in vier Bereichen eingesetzt, in denen sich die Körperzusammensetzung verändert — auch bei stabilem Gewicht.

Schwangerschaft

Ernährungsdiagnose pro Trimester. Beurteilt wird die Veränderung der Massen, nicht Gewicht oder BMI.

Kinder und Jugendliche

Begleitung von Wachstum und Entwicklung mit altersspezifischen Referenzwerten und angepasster Ernährung.

Sport

Ernährung und Training werden gezielt auf die Körperzusammensetzung abgestimmt, um Leistung und Muskelaufbau bei gleichzeitigem Fettabbau zu fördern.

Krankheitsbilder

Diabetes, Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Hypothyreose und onkologische Erkrankungen: überall dort, wo Wassereinlagerungen und Massenverteilung die Ernährungstherapie beeinflussen.

Verlaufskontrolle

Der eigentliche Wert liegt in der Wiederholungsmessung: dieselben Messgeräte, dieselbe Hand, dasselbe Protokoll. So lässt sich sagen, welches Gewebe sich verändert hat — auch dann, wenn die Waage gleich bleibt. Die Residualmasse macht dabei Flüssigkeitsverschiebungen sichtbar, die andere Verfahren als Muskel- oder Fettmasse verrechnen.

Zuweisung und Zusammenarbeit

Sie überweisen Patientinnen und Patienten gezielt zur ENFA®-Messung und erhalten einen vollständigen Befund mit Fraktionierung, Protein- und Kalorienreserve sowie Verlaufsvergleich. Mehr zur Methode: metodoenfa.com.

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